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Aktuell – Meine Stellung bei der anstehenden Abstimmung

Ich werde mich im Zusammenhang mit der bevorstehenden Landsgemeinde nicht mehr für die Initiative „Für eine starke Volksschule“ öffentlich einsetzen gemäss Abmachung mit Landammann Roland Inauen. Ich werde mich aber gegebenenfalls wehren wenn jemand schönfärberische Lobreden auf den Lehrplan 21 schwingen wird. Landammann Roland Inauen hat unsere Abmachung bei der SVP sehr gut klargelegt.

Appenzeller Zeitung 31. März 2016 (Auszug):

Der Lehrplan 21 ist ein Thema, das bei der SVP Appenzell Innerrhoden Emotionen weckt. Doch Landammann Roland Inauen versucht die Parteimitglieder im Falle einer Ablehnung der Initiative «Für eine starke Volksschule» zu beruhigen. So versichert er den rund 20 anwesenden Parteimitgliedern, dass Appenzell Innerrhoden den Lehrplan 21 zwar umsetze, dies aber in einer moderaten Art und Weise geschehe. Das bedeutet: Weder Lernlandschaften noch altersdurchmischtes Lernen oder eine Basisstufe halten Einzug in den Schulen Innerrhodens. «Wir setzen weiterhin auf gute Lehrerinnen und Lehrer. Das ist das Wichtigste für unsere Schulen», sagt Roland Inauen.

Die Verantwortlichen der Schulgemeinden sollen künftig mit grosser Sorgfalt Lehrpersonal einstellen und nach bestimmten Kriterien auswählen. «Das betrifft auch die Religion», so der Landammann. Die SVP-Mitglieder reagieren darauf zustimmend, aber auch kritisch. Die Frage, was passiere, wenn nur noch Lehrer mit einer Lehrplan-21-Ausbildung angestellt werden, eröffnet eine kurze Diskussion. «Wir haben Grundbedingungen, an die wir uns halten. Da ist es egal, welche Ausbildung das Lehrpersonal hat», sagt Inauen.

Medienmitteilung vom 24. März 2016:

Rückzug der Initiative „Für eine starke Volksschule“

Ich ziehe meine im letzten Sommer eingereichte Initiative „Für eine starke Volksschule“ zurück, sofern dies zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist. Mit der Initiative wollte ich vor allem die Einführung des Lehrplans 21 verhindern. Die Diskussionen, Veranstaltungen und die Gespräche mit den verschiedensten Exponenten gaben mir das Vertrauen, dass der neue Lehrplan pragmatisch, moderat und unter Berücksichtigung der Appenzeller Eigenheiten umgesetzt werden wird. Die für mich problematischen Aspekte haben sich relativiert.

Im Verlaufe der Zeit konnte ich feststellen, dass bei der vorgesehenen eigenständigen Umsetzung des neuen Lehrplans Kultur, Tradition und christliche Grundsätze in den Schulen weiterhin gebührend berücksichtigt werden.

Mir wurde auch versichert, dass für den Unterricht keine Absicht besteht, das selbstgesteuerte oder individualisierte Lernen gegenüber anderen Methoden zu bevorzugen. Meine Befürchtung, dass die Schulzimmer in sogenannte Lernlandschaften umgestaltet werden müssen, in welchen die Schüler mit Hilfe des Computers oder anderer durch die Lehrperson bereitgestellten Mitteln für sich alleine lernen sollen, stellte sich als unbegründet heraus. Die Lehrpersonen werden weiterhin für die Klassenführung verantwortlich sein. Eine Veränderung der Lehrerrolle in Richtung eines hauptsächlich begleitenden Coachs sei nicht vorgesehen.

Es zeigte sich auch, dass die Einführung des sogenannten altersdurchmischten Lernens ebenfalls kein Thema für unsere Schulen ist. Sie werden weiterhin in Jahrgangsklassen oder – in den kleineren Schulgemeinden – in bewährten Mehrjahrgangsklassen geführt, beispielsweise erste und zweite Klasse zusammen. Eine Einführung der Basisstufe (Kindergarten und 1./2. Klasse zusammen) war zu keinem Zeitpunkt vorgesehen. Ebenso wird der Landsgemeindebeschluss von 2008 respektiert; das erste Kindergartenjahr wird freiwillig bleiben.

In der Fremdsprachenfrage hat sich der Kanton Appenzell Innerrhoden öffentlich klar positioniert. Laut Landammann und Erziehungsdirektor wird ohne Not nichts an dieser Strategie geändert: Auf der Primarstufe soll nur eine Fremdsprache unterrichtet werden, die zweite soll auf der Oberstufe folgen.

Dass sich der Kanton Appenzell Innerrhoden weiterhin zurückhaltend gegenüber jährlichen Standardtests auf eidgenössischer Ebene verhält, wurde von mir positiv aufgenommen.

Ich hoffe, mit den geführten offenen Diskussionen einen Beitrag für eine moderate Entwicklung unseres Bildungswesens geleistet zu haben und danke für die konstruktiven Gespräche.

  1. März 2016

Paul Bannwart
Bäbelers 5
9050 Appenzell Steinegg

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Die Einzel-Initiative für eine gute Volksschule wurde 2015 eingereicht. Ziel der Initiative ist es, die Schüler und Schülerinnen in Appenzell Innerrhoden vor dem Lehrplan 21 zu bewahren. Hier finden Sie den Initiativtext und die Begründung dazu.

Der Kampf gegen den Lehrplan 21 wurde anfangs nur von rechtsbürgerlicher Seite geführt. Diesen wurde dann schnell das Klischee der „Konservativen“ verpasst. Seit Dezember 2015 ist nun auch die sogenannte „Linke“ erwacht. Herr Alain Pichard, Bieler Lehrer und GLP-Stadtrat hat eine Zeitschrift unter dem Titel „Einspruch“ veröffentlicht, die kritische Gedanken zu Bologna, HarmoS und Lehrplan 21 beinhaltet. Nebst Anderen wurden die Meinungen von Anita Fetz (SP), Walter Herzog (Em. Professor der Uni Bern, Institut für Erziehungswissenschaften) , Remo Largo (Kinderarzt und Autor) und Roland Reichenbach (Professor für allgemeine Erziehungswissenschaften Uni Zürich) veröffentlicht. Bei Interesse kann ich Ihnen gerne ein Exemplar dieser Zeitschrift zur Verfügung stellen. Melden Sie sich unverbindlich.

Am 9. April 2016 dürfen wir die Initiative anlässlich der Landsgemeinde-Versammlung bei der SP Appenzell Innerrhoden vorstellen. Wir danken der SP schon heute für diese Möglichkeit, die Öffentlichkeit auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.  Wir hoffen Sehr, dass die andern Parteien und politischen Gruppierungen uns diese Chance auch geben für eine objektive Information des Stimmbürgers. Wenn auch Sie eine Orientierung zur Initiative für eine gute Volksschule planen stehen wir gerne zur Verfügung.  Danke für Ihre Anfrage.

Mit dieser Webseite möchten wir zu einer besseren Orientierung der Bevölkerung beitragen. Das Abstimmungsergebnis anlässlich der Landsgemeinde 2016 wird weitreichenden Konsequenzen haben und wegweisend sein für die weitere Entwicklung unserer Schule.

Nehmen sie sich Zeit, unsere Webseite zu studieren. Nehmen Sie sich auch unbedingt Zeit, den Lehrplan 21 teilweise zu lesen. Wir sind sicher, dass Sie dann so entscheiden werden, wie es für die Zukunft unserer Jugend richtig ist.

Sie möchten unser Anliegen finanziell unterstützen:
Raiffeisenbank Appenzell
IBAN:  CH86 8102 3000 0046 0481 2
lautend auf Starke Volksschule Appenzell – Paul Bannwart

Vielen Dank

Appenzeller Komitee für eine gute Volksschule.

2 Antworten auf Hauptseite

  1. P.A. sagt:

    Die D-EDK beansprucht für sich die Deutungshoheit, was „gute Schule“ sei. In ihren 2010 verabschiedeten „Grundlagen für den Lehrplan 21“ wird das „selbstgesteuerte Lernen“ als alleinige zeitgemässe und „moderne“ Methode dargestellt.

    Während der Zeit der Reformpädagogik in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gründet A. S. Neill die Reformschule „Summerhill“, in der die Schüler nach dem Prinzip des „selbstregulierten Lernens“ selbst bestimmen konnten, wie wann und ob sie etwas lernen wollen (die Begriffe „selbstreguliertes“ und „selbstgesteuertes“ Lernen bezeichnen dieselbe Methode). In der 1968er wurde „Summerhill“ als Chaosschule berühmt-berüchtigt und zum Hype der „Antiautoritären Erziehung“. Mittlerweile sind die Exzesse der grenzenlosen Freiheit selbst im Sexuellen, die in den antiautoritären Vorzeigeschulen stattfanden, bekannt geworden.

  2. H. H. sagt:

    Im Lehrplan 21 ist oft die Rede von Lernlandschaften und Lerngelegenheiten, dass Lehrpersonen die Schüler unterstützen sollen. Von Lehren, die Schüler unterrichten steht sehr wenig. Ist daraus nicht zu schliessen, dass die Kinder sich das Wissen selber aneignen sollen oder müssen? Der grösste Teil der Primarschüler ist damit sicher überfordert, somit wird der Unterstützungsapparat wohl weiter expandieren und wohl nicht ganz gratis zu haben sein.

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